Fachhandbuch · Technik & Auswahl
Wie wählt man Netzwerk und Tracking-Plattform aus?
Die Auswahl entscheidet über Publisher-Zugang, Datenqualität und laufende Kosten – und ist teuer zu revidieren. Sie sollte deshalb an sieben nachvollziehbaren Kriterien entlang getroffen werden, nicht am Preis allein.
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Netzwerk oder eigene Tracking-Plattform?
Ein Netzwerk liefert eine bestehende Publisher-Basis, Vertrags- und Abrechnungsabwicklung sowie Marktzugang – bezahlt über einen Override auf jede Provision. Eine SaaS-Tracking-Plattform kostet eine feste Lizenz und gibt Ihnen Datenhoheit und niedrigere variable Kosten, verlangt aber, dass Sie Partner selbst gewinnen, prüfen und abrechnen. Die Entscheidung hängt weniger vom Preis ab als von der Frage, ob Sie Publisher-Beziehungen selbst betreiben können und wollen.
Die sieben Auswahlkriterien
- 1. Publisher-Zugang – Welche relevanten Partner in Ihren Zielmärkten sind bereits angebunden? Das ist bei internationalen Programmen das dominierende Kriterium.
- 2. Tracking-Technik – Serverseitige Anbindung, Consent-Handling, Deduplizierungsregeln und Umgang mit App- und Cross-Device-Journeys.
- 3. Daten und Schnittstellen – API-Zugriff, Rohdatenexport, Anbindung an BI und CRM – die Grundlage für eigene Auswertungen.
- 4. Kostenmodell – Override versus Lizenz, Mindestgebühren, Setup und Kosten je Markt. Rechnen Sie beide Modelle auf Ihr erwartetes Volumen.
- 5. Betreuung – Fester Ansprechpartner, Reaktionszeiten, Sprachabdeckung und Erfahrung in Ihrer Branche.
- 6. Vertrag – Laufzeit, Kündigungsfristen, Exklusivität und ausdrücklich geregelte Datenmitnahme.
- 7. Compliance – DSGVO-Konformität, Auftragsverarbeitung, Fraud-Erkennung und Prüfprozesse für neue Partner.
Für wen diese Seite gedacht ist
- Advertiser vor dem Programmstart – Sie treffen eine Entscheidung, die Sie mehrere Jahre begleitet.
- Programme vor einem Anbieterwechsel – Sie prüfen, ob ein Wechsel den Migrationsaufwand rechtfertigt.
- Internationale Programme – Sie brauchen Abdeckung in mehreren Märkten mit unterschiedlichen Publisher-Landschaften.
Auswahlprozess in vier Schritten
Realistisch vier bis acht Wochen bis zur Entscheidung.
- 1. Anforderungen festhalten – Märkte, Publisher-Typen, Volumen, technische Rahmenbedingungen und interne Ressourcen dokumentieren.
- 2. Shortlist bilden – Drei bis vier Anbieter, die den Publisher-Zugang in Ihren Zielmärkten nachweisen können.
- 3. Bewerten und rechnen – Alle sieben Kriterien gewichtet bewerten und beide Kostenmodelle auf das erwartete Volumen hochrechnen.
- 4. Vertrag verhandeln – Override, Mindestgebühr, Laufzeit und Datenmitnahme sind verhandelbar – die Datenmitnahme wird am häufigsten vergessen.
Die Entscheidung folgt der Betreuungsfrage
In der Praxis fällt die Wahl seltener an der Technik als an der Frage, wer Publisher-Beziehungen betreibt. Wer diese Arbeit intern oder über einen Spezialisten abdeckt, kann von einer schlanken Plattform profitieren. Wer sie nicht abdeckt, zahlt den Override zurecht – für Zugang, Abrechnung und Marktkenntnis.
Häufige Fragen zur Auswahl von Netzwerk und Plattform
- Netzwerk oder SaaS-Tracking – was ist besser?
- Es hängt vom Publisher-Zugang und den internen Ressourcen ab. Ohne eigene Partnerbetreuung ist ein Netzwerk in der Regel die wirtschaftlichere Wahl, mit eigener Betreuung und hohem Volumen kann SaaS günstiger sein.
- Wie lange dauert ein Netzwerkwechsel?
- Meist sechs bis zwölf Wochen von der Entscheidung bis zum stabilen Betrieb, inklusive Tracking-Integration, Partnermigration und Parallelbetrieb.
- Worauf sollte man im Vertrag besonders achten?
- Auf die Datenmitnahme: das Recht, Partnerlisten und historische Transaktionsdaten zu exportieren. Ohne diese Klausel wird ein späterer Wechsel deutlich teurer.